Zwei Diplomandinnen am Department haben den von der Deutschsprachige Gesellschaft für Psychotraumatologie (DeGPT) verliehenen Falk-von-Reichenbach-Nachwuchs-Preis 2006 bekommen. Der Preis wurde für folgende Arbeiten vergeben:
Birgit Magg: Psychische Gesundheit und Soziale Ressourcen von Flüchtlingskindern - Eine Studie in Münchener Flüchtlingsunterkünften
Barbara Niemiec: Psychische Auffälligkeiten von Flüchtlingskindern und -jugendlichen in München: Auswirkungen von Krieg, Flucht und Exil
Betreuerin: Fr. Dr. Maria Gavranidou
Erstgutachterin: Fr. Prof. Dr. Rosner
Zweitgutachter: Hr. Prof. Dr. Butollo
Birgit Magg erklärt:
Unsere Diplomarbeiten entstanden in Zusammenarbeit mit der Stadt München, insbesondere Fr. Dr. Gavranidou (die auch einen Lehrauftrag an unserer Fakultät hat).
Das ganze hatte Projektcharakter und dauerte (mit einigen Unterbrechungen und Verzögerungen) über drei Jahre. Wir waren vollständig involviert, von der Konzeption über die Befragung bis hin zur Dateneingabe und
-auswertung. Unsere Diplomarbeiten sind nur der vorläufige “Abschluss”. Geplant war und ist ein Förderprojekt, das Flüchtlingskindern eine gute psychische Entwicklung erleichtert.
Wir haben die Daten von 55 Flüchtlingskindern im Alter zwischen 10 und 18 Jahren erhoben, ausgewertet und festgestellt, dass weit über ein Drittel der Jugendlichen klinisch relevante psychische Auffälligkeiten zeigt. Es waren jedoch nur zwei Jugendliche in Behandlung. Es gibt demnach einen großen Handlungsbedarf.
Ausschlaggebend für die psychischen Auffälligkeiten sind neben den Kriegserfahrungen vor allem die Bedingungen im Exil Deutschland. Durch die Exilbedingungen (Dolmetscherleistungen der Kinder, Arbeitsverbot der Eltern, etc.) leidet vor allem die Eltern-Kind-Beziehung. Viele Jugendliche erhalten kaum Rückhalt durch ihre Eltern.
Ein Förderprojekt könnte zum Beispiel an einer Verbesserung der Eltern-Kind-Beziehung ansetzen, oder an der besseren Nutzung, bzw. Erweiterung von Ressourcen der Jugendlichen.
Genauere Informationen finden sich in der Präsentation der Arbeiten (PDF) auf der 8. Jahrestagung der DeGPT in Hannover.
Der Preis wird jährlich vergeben.